WindEnergy Hamburg 2026: Vier Tage, viele Perspektiven

Erfahren Sie, welche Entwicklungen bei Wind, Photovoltaik, Batteriespeichern und Netzinfrastruktur die Gespräche geprägt haben.

Vier Tage WindEnergy Hamburg 2026 liegen hinter uns. Wir sind nach Hamburg gekommen, um vor allem eines zu erfahren: Wie ist die Stimmung bei unseren Kunden? Wie blicken sie auf die aktuelle Situation und auf ihre zukünftigen Projekte?

Das Ergebnis hat uns durchaus überrascht. Trotz einiger Verunsicherung sind unsere Kunden sehr vorwärts gewandt. Die Projekte in ihren Pipelines werden mit einer gewissen Zuversicht betrachtet und der Blick bleibt klar nach vorn gerichtet.

Die dennoch mitschwingende Verunsicherung betrifft dabei vor allem die politischen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig haben die Gespräche auf der Messe gezeigt, wie stark sich die Themen innerhalb der Branche weiterentwickeln und miteinander verbinden.

380 kV: Umspannwerke werden zum zentralen Bestandteil der Projektplanung

Einen technischen Schwerpunkt setzte Henriko Peplow mit seiner Reihe „380 kV kompakt“. In seinem Vortrag ging es um die aktuellen Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung von Umspannwerken bis 380 kV.

Im Fokus standen unter anderem steigende Anschlussleistungen, Batteriespeicher, Erweiterbarkeit, Digitalisierung und die Frage, warum ein Umspannwerk von Anfang an als Teil des Gesamtprojekts gedacht werden sollte.

Gleichzeitig zeigt sich eine weitere Entwicklung: Die Sorge, dass die vorhandenen Netzanschlüsse auf der 110 kV Ebene für die geplanten Leistungen nicht ausreichen, nimmt zu. In den Gesprächen wurde deutlich, dass sich der Blick innerhalb weniger Monate stärker in Richtung 380 kV verschoben hat.

Dies bestätigt unsere strategische Entscheidung unseren 380 kV Bereich weiter auszubauen, zu entwickeln und unseren Hub in Rostock entsprechend auszustatten.

Die ersten Aufträge haben uns bereits Erfahrungen sammeln lassen und zeigen, mit welchen Anforderungen die zunehmende Komplexität der Projekte verbunden ist:

„Investoren zusammenzubringen, die in unterschiedlichsten Anlagen und Größen Investitionen tätigen wollen. Sie miteinander zu verbinden, zu verknüpfen, sowohl elektrisch als auch juristisch das ganze Thema dort zu sehen, damit auch die Netzanschlüsse (…) dementsprechend dort zu realisieren sind.“, so Henriko Peplow.

Batteriespeicher werden zunehmend gemeinsam mit Wind und PV gedacht

Auch Batteriespeicher waren ein prägendes Thema der Messe. Die WindEnergy Hamburg ist vor allem eine Fachmesse für Windtechnik. Trotzdem zeigte sich in den Gesprächen vor Ort sehr deutlich, wie präsent das Thema inzwischen ist.

Heiko Richter und Reiko Sänger führten zahlreiche Gespräche zu Speichermöglichkeiten. Dabei ging es sowohl um Co Locations mit Windparks und PV Parks als auch um Stand Alone Speicher.

„Die Nachfrage beziehungsweise die Gespräche sind ungebrochen und weiterhin auf sehr hohem Niveau.“ so Heiko Richter.

Gleichzeitig verändert sich die Perspektive auf Speicherprojekte. Neben den kurzfristigen finanziellen Effekten rücken zunehmend auch langfristige Aspekte in den Fokus. Dazu gehören unter anderem die Betriebszeit, die Betriebskosten und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

„Es ist ein sehr starkes Umdenken zu spüren. Nicht nur im CapEx, sondern auch im Blick auf die Betriebskosten.“

Auch bei der Auswahl von Lieferanten spielt dieser langfristige Blick eine Rolle. Viele Kunden achten darauf, dass wichtige Ersatzteile in Deutschland verfügbar sind. Wenn dies gewünscht ist, gehört auch die Lagerhaltung wichtiger Teile zu den möglichen Bestandteilen eines Auftrags bei uns.

Für WT Energiespeicher geht es zunehmend darum, Erfahrungen aus den ersten Projekten zu sammeln und den Geschäftsbereich weiter aufzubauen.

„Wir sind froh, dass wir die ersten Projekte jetzt beauftragt bekommen haben und diese jetzt auch in die Umsetzung bringen, um daraus Erfahrungen zu sammeln und auch weiter Personal aufzubauen.“

Ein Markt, der weiter nach vorn blickt

Ein Thema, das bei den Gesprächen immer wieder zur Sprache kam, sind die politischen Rahmenbedingungen. Viele unserer Kunden sind überzeugt, dass Speicher einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der aktuellen Herausforderungen leisten können. Entsprechend klar ist auch die Erwartung an die Politik: Den Unternehmen mit ihrer Kompetenz und ihren Erfahrungen zuhören und die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, damit der Ausbau der erneuerbaren Energien und die gesetzten Ziele bis 2040 umgesetzt werden können.

Für uns hat die WindEnergy Hamburg damit vor allem eines gezeigt: Die Themen der Energiewende wachsen zusammen. Wind, Photovoltaik, Batteriespeicher und Netzinfrastruktur werden zunehmend gemeinsam gedacht.

Der Blick nach vorn bleibt dabei positiv. Dietmar Tietz fasst sein Messefazit so zusammen:

„Es überwiegt immer noch der Optimismus, verbunden mit der Hoffnung, dass hier tatsächlich ein Miteinander mit Politik und Wirtschaft erfolgt.“

Vielen Dank an alle Beteiligten und an unsere Kunden für die zahlreichen Gespräche und den offenen Austausch auf der WindEnergy Hamburg 2026.